Schulwegunfälle

Der Omnibus ist ein sicheres Verkehrsmittel. Dennoch sind auch hier Unfälle zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler, Studierenden und Kinder in Tagesstätten beträgt ca. 18 Millionen. 2019 verzeichnete die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) insgesamt 1.285.451 meldepflichtige Schulunfälle (einschließlich Studierende und Kindergartenkinder). Meldepflichtig ist ein Unfall immer dann, wenn ein Schüler/eine Schülerin verletzt wird und eine ärztliche Behandlung erforderlich ist oder der Schüler/die Schülerin bei dem Unfall getötet wird.

Etwa jeder Neunte dieser Unfälle (108.787) war ein Schulwegunfall, also ein Unfall, der sich auf dem Weg zur Schule oder auf dem Rückweg ereignete. Auf dem Schulweg gab es einen Anstieg des Unfallgeschehens Anfang der 1980er sowie Anfang und Mitte der 1990er Jahre Das Maximum meldepflichtiger Schulwegunfälle war 1998 erreicht. Seitdem ist bis zum aktuellen Berichtsjahr ein Rückgang mit leichten Schwankungen zu verzeichnen.

Unter den meldepflichtigen Schülerunfällen waren 2019 insgesamt 62.208 Unfälle im Straßenverkehr. Kennzeichnend für Straßenverkehrsunfälle ist, dass sie sich auf öffentlichen Wegen oder Plätzen ereignen und die Kinder infolge von „Fahrverkehr“ verletzt werden. Das Stolpern oder Stürzen auf dem zu Fuß zurückgelegten Schulweg wird hier also nicht erfasst.


Straßenverkehrsunfälle von Schülern nach Art der Verkehrsbeteiligung (Bezugsjahr 2019):

Art der Verkehrsbeteiligung Anzahl %
Ohne Verkehrsmittel zu Fuß 5.680 9,13 14,93
Tretroller, Inline-Skate, etc.** 3.606 5,80
Privates Verkehrsmittel Fahrrad 29.960 48,16 70,83
Motorisiertes Zweirad 3.435 5,52
Pkw 10.165 16,34
Sonstiges priv. VM inkl. ohne nähere Angabe 499 0,80
Öffentliches Verkehrsmittel Schulbus 3.137 5,04 7,91
Sonstiger Bus/Sonst. öff. VM 1.205 1,94
Schienengebundenes Fahrzeug 575 0,92
Sonstige/k.A. Sonstige/k.A.* 3.945 6,34 6,34
Insgesamt 62.208 100,00 100,00

* inkl. Straßenverkehrsunfälle bei Schülerunfällen im engeren Sinn
** Schlüssel in 2011 eingeführt

Quelle: DGUV


Bei diesen Straßenverkehrsunfällen sind Fahrradunfälle mit 29.960 Fällen am häufigsten. Unfälle von Schülern als Fahrer oder Mitfahrer in Pkw (10.165) stehen an zweiter Stelle. Insgesamt 4.917 Straßenverkehrsunfälle ereigneten sich bei der Nutzung von Öffentlichen Verkehrsmitteln (einschließlich Schulbusse und Schienenfahrzeugen), davon 3.137 Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit Schulbussen

Tödliche Straßenverkehrsunfälle von Schülern gab es 2019 insgesamt 37. Der überwiegende Teil ereignete sich bei der Nutzung des Fahrrades (17) und des Pkw (8). Dies betrifft jedoch vorwiegend allgemeinbildende Schulen.
Bei der Verkehrsteilnahme mit öffentlichen Verkehrsmitteln (einschließlich Schulbusse und Schienenfahrzeuge) wurde 2019 kein Schüler/keine Schülerin getötet.

Schulbusunfälle

Die in den 1990er-Jahren stark zunehmenden Schulbusunfallzahlen, bei denen sich auch die Erweiterung des Versichertenkollektivs durch die neuen Bundesländer bemerkbar machte, näherten sich ab 1997 dem Maximum von 11.000 Schulbusunfällen. Seit 2000 sind die Unfallzahlen stark zurückgegangen und nehmen – mit Schwankungen – tendenziell weiter ab. Quantitative Aussagen über Gefährdungen beim Schulbusverkehr können nicht ohne weiteres gemacht werden, da keine exakten Angaben darüber vorliegen, wie viele Versicherte täglich an der Beförderung mit Schulbussen teilnehmen.

Empfohlene Literatur:

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (Hrsg.): Schülerunfallgeschehen 2019
https://publikationen.dguv.de/zahlen-fakten/schwerpunkt-themen/3896/statistik-zum-schuelerunfallgeschehen-2019